Anspruchslos an Bodenverhältnisse und Witterung, präsentiert sich die Ringelblume (Calendula officinalis). Sie ist der Pflanzenfamilie der Korbblütler angehörig. Ihren Namen verdankt sie ihrem gebogenen Samen. In der Wildnis hat sie mit ihrem Wachstum ebenso wenig Probleme wie in den heimischen Gärten. Seit dem 12. Jahrhundert wurde sie in den Gärten der Klöster angebaut. Schon damals wurden von Juni bis Oktober ihre Blüten und Blätter zu heilenden Zwecken gesammelt. Meist wird diese Pflanze äußerlich angewendet.
Die Ringelblume
Die Blüte
Die einjährige Ringelblume soll im Süden von Europa ihren Ursprung haben. Ihr vielfach verzweigter Stengel ist in einem hellen Grün und dies bei einer Größe von 30-60 cm. Behaarte Blätter haben in dem unteren Bereich die Form eines Spatels und werden nach oben immer kleiner und schmäler. Ringelblumen gibt es gefüllt und ungefüllt. Ihre leuchtend orange-gelben Blüten blühen oft bis zu den ersten Wintertagen, sofern es sich um einen milden Winter handelt. Der mit Haken ausgestattete Samen kann sich problemlos in der Natur ausbreiten. Leicht krallt er sich in dem Fell der Tiere fest und wird so an neue Plätze getragen.
Der Samen
Ihre Wirkung ist sehr umfangreich. Sie hat eine abschwellende, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Ebenfalls bringt sie den Menschen zum schwitzen, löst Krämpfe, reinigt, tötet schädliche Pilze und wirkt adstringierend. Zur Heilung und Pflege ein wahres Allround-Talent. Sie ähnelt in ihrer Wirkung der Arnika, aber ist dabei um ein Vielfaches milder. Salben, Cremes, Tinkturen, Umschläge und Tee aus Ringelblumen decken viele Wunden und Beschwerden ab. Innerlich hilft sie bei Frauenleiden, Magen- Darmproblemen und auch das oft strapazierte Nervensystem nimmt das Können dieser Heilpflanze dankend an.
Doch hauptsächlich wird Calendula äußerlich angewendet. Mit ihren Fähigkeiten ist sie sehr erfolgreich bei Verletzungen und Entzündungen der Haut. Verbrennungen und lästige Ekzeme sind mit der Ringelblume gut behandelt, denn sie fördert auch die Granulationsbildung beim Wachsen von neuer und gesunder Haut. Selbst gegen den hellen Hautkrebs soll sie hilfreich sein, was aber noch nicht wissenschaftlich belegt wurde. Besonders als Creme wird die Ringelblume verwendet. Sie hält was sie verspricht!
Einst galt sie als Grabschmuck für die letzte Ruhestätte eines geliebten Menschen, was ihr den Namen "Totenblume" einbrachte. Aber auch Hildegard von Bingen hatte ihren eigenen Namen für dieses Heilwunder: Ringella oder Ringula genannt.
Die Römer nannten den Monatsanfang "Calendae". Die Blühfreudigkeit dieser Pflanze über mehrere Monate hinweg, brachte ihr den Namen „Calendula“ ein. Ihre Blühfreudigkeit begeistert die Völker schon seit vielen Jahrhunderten.
Das Zupfen der Blütenblätter mit der Frage "er liebt mich oder er liebt mich nicht" hat wohl jedes junge Mädchen schon einmal gespielt. Selbst dafür fand die Ringelblume ihren Einsatz, aber eine Garantie für den Wahrheitsgehalt gibt es leider nicht. Doch dies ist wohl das einzige Können, das bezüglich dieser wundervollen Heilpflanze angezweifelt werden kann.